Von der lastschrift zum Kontoinformationsdienst

Vier Jahre FinTecSystems: Vom Lastschriftenabsicherer zum Full-Service-Kontoinformationsdienst

FinTecSystems feiert vierjähriges Bestehen: Als einer der führenden Kontoinformationsdienste und Banking-API-Anbieter ist das Münchner Unternehmen am Markt etabliert und operiert von drei Standorten aus in Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien. In Start-Up-Maßstäben sind vier Jahre eine sehr langer Zeitraum, deshalb nutzen wir den Geburtstag, um zurück zu schauen. FinTecSystems war nicht das erste Unternehmen, bei dem Stefan Krautkrämer, Dirk Rudolf und Martin Schmid Gründungserfahrung sammeln konnten: Als 2005 mit der SOFORT Überweisung das erste bankenunabhängige Direktüberweisungsverfahren aus der Taufe gehoben wurde, waren die drei unter den ersten Mitarbeitern. In verantwortlichen Positionen als COO (Stefan), CIO (Dirk) und Director Sales (Martin) bauten sie in den Folgejahren das Bezahlverfahren zum führenden Anbieter für Online-Überweisungen aus, der am Ende bei mehr als 50.000 Händlern in Europa implementiert war.

Neue Wege nach dem Verkauf der SOFORT GmbH

Mit dem Verkauf der SOFORT GmbH Anfang 2014 an Klarna schlossen Dirk, Stefan und – ein Jahr später – auch Martin das Kapitel und machten sich daran, ein neues Unternehmen zu gründen und meldeten im März 2014 die FinTecSystems GmbH an. Das Geschäftsmodell war damals anders als heute:

„Unsere ursprüngliche Idee war es, Lastschriften abzusichern. Denn aus unserer Erfahrung heraus wussten wir, dass diese Form der Bezahlung beliebt war bei Online-Käufern. Händler jedoch fürchteten diese Zahlungsoption, denn die Ausfallquoten waren hoch und die Bezahlart wurde häufig von Menschen mit krimineller Energie verwendet, die Lastschriften absichtlich platzen ließen“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Dirk Rudolf die ursprüngliche Geschäftsidee.


Anpassung des Geschäftsmodells hin zum Kontoinformationsdienst

Doch zwei persönliche Erfahrungen ließen Dirk und Stefan nach einigen Monaten umdenken und das Geschäftsmodell neu justieren: Stefan erhielt keine Kreditkarte wegen zu vieler Girokonten, die er zu Testzwecken angelegt hatte. Bei Dirk war es ein hemmender Schufa-Eintrag wegen einer Nullprozent-Finanzierung, der dann die besten Konditionen bei einem Baufinanzierungsantrag verhinderte – Stefan und Dirk erlebten also am eigenen Leib, dass es offenbar Optimierungspotenzial bei der Beurteilung der Bonität gibt. Damit rückte das Onlinebanking-Konto ins Zentrum der Überlegungen, denn nichts ist besser geeignet für eine präzise, aktuelle und sichere Bonitätsprüfung als das Gehalts- bzw. Geschäftskonto. FinTecSystems hat sich in der Folgezeit vollständig auf die vollautomatisierte Finanzanalyse auf Basis von Online-Banking-Daten spezialisiert. Seitdem befähigen wir als Kontoinformationsdienst Banken, Finanz- und Zahlungsdienstleister, in Echtzeit eine Kredit-Entscheidung zu treffen sowie Bonitätsrisiken zu analysieren und zu minimieren.

„Unser Antrieb waren natürlich zum einen die persönlichen Erfahrungen aus unseren eigenen, gescheiterten Finanzierungsabläufen. Denn es gibt ja offenbar dieses Problem: Alte, unpräzise Daten von Auskunfteien oder sogar eine fehlende Historie verwehren Menschen den Zugang zu Krediten beziehungsweise ist der Vorgang unnötig kompliziert. Dieses Problem konnten wir auch aufgrund unserer Erfahrungen lösen: Wir wissen um die Möglichkeiten des Onlinebankings, wir kennen die Wünsche der Konsumenten im Internet und wir haben die Erfahrung aus dem E-Payment-Bereich“, erklärt Stefan Krautkrämer, Geschäftsführer und Gründer von FinTecSystems.


Nächster Schritt: BaFin-Lizenz als Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienst

Seither hat sich FinTecSystems erfolgreich als Kontoinformationsdienst und Banking-API-Anbieter am Markt etablieren können und geht nun – mit der Unterstützung seiner langfristig agierenden Investoren – den nächsten Entwicklungsschritt: Das gesamte Team bereitet den Antrag zur Lizenzierung als Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienst durch die BaFin vor und wird – eine Lizenzierung vorausgesetzt – auch die Produktpalette erweitern.  Noch ist die Vorbereitung für den Regulierungs-Antrag in vollem Gange:

„Dieser Prozess ist sehr aufwändig, schließt erhöhte Anforderungen in allen Bereichen ein und stellt die höchste Stufe der Regulierung in unserem Geschäftsbereich dar. Wir sehen in der Regulierung neue Möglichkeiten für unser Geschäftsmodell und haben bereits mehrere Wachstumspotenziale identifiziert. Gleiches gilt für den Ausbau unseres Produktangebots: Wir verfolgen einen extrem kundengetriebenen Ansatz und haben einige neue Services in der Pipeline“, so Dirk Rudolf.