Was sind PISPs?

6 häufig gestellte Fragen über Payment Initiation Service Provider

PISP, XS2A, PSD2 und Banking API – alles klar? Es fällt nicht immer leicht, den Durchblick zu behalten im Begriffswirrwarr rund um die immer beliebter werdenden Zahlungsauslösedienste. Die so genannten Payment Initiation Service Provider (PISP) sind Drittanbieter, die im Kundenauftrag Zahlungen auslösen – eine nicht nur aus Kundensicht komfortable Alternative zur konventionellen Online-Zahlung per Kreditkarte.

Auch Online-Anbieter schätzen das PISP-Serviceangebot, das eine technisch recht einfach zu realisierende und im Vergleich zu anderen Zahlungsdiensten oft kostengünstigere Alternative bietet. In diesem Blogbeitrag beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen zu Payment Initiation Service Providern.

1. Was sind Payment Initiation Service Provider?

Payment Initiation Service Provider (PISP) sind Anbieter von Zahlungsauslösediensten (ZAD). Erteilt ein Kunde einem PISP den Auftrag zur Auslösung einer Zahlung, greift der Anbieter auf das Online-Banking-Konto des Kunden zu und initiiert die gewünschte Transaktion.

Ein typischer Einsatzbereich ist der Online-Handel. Schließt ein Kunde einen Kauf ab, kann er mithilfe eines Payment Initiation Services eine Überweisung durchführen, anstatt seine Kreditkarte zu nutzen. Der PISP initiiert im Kundenauftrag die Transaktion und löst die Überweisung in Echtzeit über das Kundenkonto beim kontoführenden Finanzinstitut aus.

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2. Wie unterscheiden sich Payment Initiation Service Provider von Account Information Service Providern?

Wie der Name schon sagt, lösen Zahlungsauslösedienste echte Transaktionen auf einem Online-Banking-Konto aus. Sie belasten das Konto eines Kunden in dessen Auftrag.

AISP and PISP

Während ein PISP eine Transaktion im Kundenauftrag auslöst, greift ein AISP auf Kontoinformationen zwecks Analyse und Aggregation zu.

Im Gegensatz dazu greifen Account Information Service Provider (AISP) lediglich auf Kontoinformationen zu. Sie analysieren und aggregieren Kontodaten und stellen diese im Auftrag des Kunden Banken oder Drittanbietern zur Verfügung, beispielsweise zur Bonitätsprüfung im Rahmen eines Online-Kreditantrags.

Wollen Sie mehr über Account Information Service Provider erfahren? Dann lesen Sie unseren Blogbeitrag, in dem wir die wichtigsten Fragen beantworten.

3. Welche Auswirkungen hat die PSD2 auf Payment Initiation Services?

Die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 hat den Grundstein für Payment Initiation Services gelegt. Die Europäische Union öffnet den Finanzmarkt, der in der Vergangenheit von traditionellen Banken dominiert wurde, für Drittanbieter.

Mehr Markenintegration geht nicht: Mit White-Label-Lösungen bauen Online-Anbieter ihre eigene Payment-Marke auf. Klick um zu Tweeten

Eines der Ziele von PSD2 ist, durch mehr Wettbewerb die Angebotsvielfalt zu vergrößern, so dass Kunden nicht mehr nur auf das Angebot ihrer Hausbank angewiesen sind. Drittanbieter, die sich als Payment Initiation Service Provider positionieren, bieten Endkunden in Zusammenarbeit mit Online-Händlern neue Zahlungslösungen.

Beispiele für solche Zahlungsauslösedienste sind etwa das schwedische FinTech Trustly oder der Sofort Banking-Service mit Wurzeln in Deutschland. Beide Anbieter haben sich längst als universelle Payment-Anbieter etabliert, viele Online-Shops nutzen die Lösungen, um ihren Kunden zusätzliche Bezahlsysteme anzubieten.

Viel spannender ist aber die Möglichkeit, auf Basis von White-Label-Lösungen ein Bezahlsystem unter der eigenen Marke anzubieten. Beispielsweise hat der zum Allianz-Konzern gehörende Automakler abracar mit abrapay eine eigenen Payment-Brand aufgebaut. Das Ergebnis: eine komplett integrierte und konsistente Online-Experience aus Sicht des Kunden.

Sie wollen einen eigenen Payment-Service unter Ihrer Marke aufbauen? Kontaktieren Sie uns – wir stellen Ihnen gerne alle Möglichkeiten vor.

4. Welche Anforderungen stellt PSD2 an Payment Initiation Service Provider?

PSD2 schafft den rechtlichen Rahmen für Zahlungsauslösedienste und definiert die Anforderungen, die alle Anbieter von Payment Initiation Services erfüllen müssen. Die wichtigsten Anforderungen sind:

  • Im Gegensatz zur Banken, die das Geld ihrer Kunden verwalten, initiieren Payment Initiation Service Provider lediglich Transaktionen. Zu keiner Zeit erhalten Sie jedoch das Geld eines Kunden.
  • Anbieter sind dafür verantwortlich, dass die Sicherheitsmerkmale des Kunden wie der Login über ein Online-Formular über sichere Kanäle übertragen werden und vor dem Zugriff durch Dritte geschützt sind.
Welche Anforderungen stellt PSD2

PISPs und AISPs sorgen gemäß PSD2 dafür, dass Transaktionsdaten, Kontoinformationen und Kundendaten zu 100 Prozent sicher übertragen werden.

5. Welche Vorteile bieten Payment Initiation Services für Endkunden?

Zunächst einmal profitieren Kunden von einer größeren Auswahl an Zahlungsoptionen. Händler, Online-Shops und FinTechs arbeiten spätestens seit PSD2 an neuen Angeboten. Marktbeobachter sprechen von einem komplett neuen Ökosystem für Bezahlsysteme.

Payment Initiation Services erneuern Bezahlkonzepte, die sich seit Jahrzehnten so gut wie nicht entwickelt haben. Klick um zu Tweeten

Im Mittelpunkt steht dabei stets die Idee, das Kundenerlebnis bei Zahlungen zu verbessern. Sofortzahlungen, mobiles und berührungsloses Bezahlen sind nur einige Schlagworte, die in diesem Zusammenhang immer wieder fallen. Im Grunde geht es darum, Bezahlkonzepte zu erneuern, die sich seit Jahrzehnten so gut wie nicht entwickelt haben.

Beispiel Amazon: Der Online-Gigant verfolgt das Ziel, das gesamte Einkaufserlebnis eines Kunden reibungslos zu gestalten. Anstatt am Ende eines Einkaufsvorgangs die Customer Journey zu unterbrechen, soll der Bezahlvorgang ein integrierter Teil der Customer Experience werden.

Aber auch ganz neue Zahlungsdienstleistungen tragen positiv zur Angebotsvielfalt im Payment-Markt bei. P2P-Payment-Services wie Tikkie der niederländischen Bank Moneyou wären ohne die Öffnung des Finanzmarktes für PISPs nicht denkbar.

6. Welche Rolle spielen Banking APIs und XS2A für Payment Initiation Service Provider?

Technisch gesehen, initiieren Payment Initiation Service Provider eine Transaktion über eine Banking API. Beauftragt ein Kunden den Anbieter zur Auslösung einer Zahlung, greift der PISP per API auf das Kundenkonto zu. Dieser Vorgang – der Zugang zum Online-Banking-Konto des Kunden – wird als Access to Account (XS2A) bezeichnet.

Banking APIs sind die technische Grundlage für Payment Initiation Services. Wie eine Banking API funktioniert, welche Trends es im API Banking gibt und wie Banken und FinTechs davon profitieren, erfahren Sie in unserem White Paper.