Bankmanager informiert sich zum Thema Banking API

Das Einmaleins des API-Banking: Was jeder Bank-Manager über Banking APIs wissen sollte!

Offene Schnittstellen, dynamischer Informationsaustausch und zahlreiche neue Anbieter: API-Banking bringt Bewegung in den Markt für Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste. Besonders die EU-Richtlinie PSD2 entfacht eine bisher ungekannte Dynamik in der Bankenwelt. Verbraucher gewinnen die Hoheit über ihre Daten und Finanzinstitute stellen diese per Banking APIs anderen Marktteilnehmern zur Verfügung. Doch was genau ist eine Banking API?

Definition: Was eine Banking API ist

Eine Banking API ist eine Schnittstelle, über die ein Finanzinstitut Bankdaten über Kunden, Konten und Transaktionen Dritten zur Verfügung stellt. Dadurch sind Nutzer von Zahlungs- und Banking-Diensten nicht mehr allein auf das unmittelbare Serviceangebot ihrer eigenen Bank angewiesen. Sie können Finanzdienstleistungen von Drittanbietern in Anspruch nehmen, die wiederum auf die von der ursprünglichen Bank benötigten Daten per Banking API zugreifen. Eine API ist keine Erfindung der Bankenwelt. Der Begriff kommt aus der Softwarebranche und bezeichnet eine Schnittstelle, die es zwei voneinander getrennten Anwendungen erlaubt, miteinander zu kommunizieren und Daten auszutauschen. Beispielsweise stellen Online-Plattformen wie Facebook und Google APIs zur Verfügung, um die Verbreitung ihrer Dienste mithilfe von Drittanbietern zu beschleunigen.

In Anlehnung an Facebook und Google können sich beim API-Banking Finanzinstitute durch die Öffnung gegenüber Drittanbietern neue Geschäftsfelder erschließen. Klick um zu Tweeten

Viele große Webseiten, für deren Nutzung eine Registrierung erforderlich ist, bieten diese Registrierung über den persönlichen Facebook- oder Google-Account des Nutzers an. Davon profitieren sowohl der Betreiber der Webseite als auch die beiden Online-Plattformen: Nutzer finden die Registrierung mit einem bestehenden Account komfortabel. Gleichzeitig expandieren Facebook bzw. Google mit ihren Diensten außerhalb ihrer eigenen Domains.

In Anlehnung an dieses Beispiel können sich beim API-Banking Finanzinstitute durch die Öffnung gegenüber Drittanbietern neue Geschäftsfelder erschließen. Bekannte Beispiele sind der Abschluss von Verbraucherkrediten auf Vergleichsportalen: Der Antragsteller gestattet dem Vergleichsportal, über eine Banking API auf Informationen seines Online-Banking-Kontos zuzugreifen. Damit erhält das Vergleichsportal Zugang zu relevanten Kontoinformationen, um eine Bonitätsprüfung in Echtzeit durchführen und dem Antragsteller im Falle eines positiven Ergebnisses innerhalb weniger Sekunden eine Kreditzusage zu erteilen.

Vorteil: API-Banking verbessert die Customer Experience

Aus Sicht der Kunden ergibt sich vor allem ein Vorteil: Für die Nutzung eines Banking-Dienstes brauchen sie nicht mehr den Kontext einer Transaktion verlassen. Um auf das Beispiel Vergleichsportal zurückzukommen: Hat sich ein Nutzer über das Portal für einen Konsumentenkredit entschieden, lassen sich alle Schritte innerhalb des Vergleichsportals abwickeln.

API Banking verbessert Customer Experience


Lästiger Papierkram, den Kunden vom konventionellen Vergabeprozess bei Krediten gewohnt sind, entfällt komplett. Wo Kunde und Kreditgeber bislang Kopien von Gehaltsnachweise und Kontoauszügen auf dem Postweg austauschten, springen jetzt Banking APIs ein und verkürzen den Vorgang auf wenige Sekunden. Möglich machen dies Drittanbieter, die sich auf API-Banking spezialisiert haben und mit deren Technologie alle Daten für den Bonitätscheck in Echtzeit zur Verfügung stehen. Als Drittanbieter bündelt das Vergleichsportal für den Kunden alle relevanten Daten und Transaktionen unter einer Oberfläche und löst alle nötigen Prozesse im Hintergrund über eine Banking API aus. Für alle Beteiligten ergeben sich Vorteile, die sich ohne Banking APIs nicht realisieren ließen:

  1. Kunden – API-Banking verbessert die Customer Experience, da Kunden alle Prozessschritte komfortabel im jeweiligen Kontext und unter einer Benutzeroberfläche durchführen können.
  2. Drittanbieter im E-Commerce-Bereich – Online-Anbieter, wie das erwähnte Vergleichsportal, können Kunden einen besseren Service anbieten, der neben der Produktauswahl auch Zusatzdienstleistungen wie die Echtzeit-Vermittlung von Konsumentenkrediten beinhaltet.
  3. Drittanbieter im Technologie-Bereich (Third Party Provider, TPP) – Neue Technologie-Anbieter im Bereich API-Banking, deren Lösungen Schnittstellen zu Finanzinstituten herstellen und damit die technologische Infrastruktur schaffen.
  4. Banken – Finanzinstitute haben die Möglichkeit, das „Ökosystem“ für ihre Zahlungsdienste zu erweitern und über die Plattformen von Drittanbietern neue Kundengruppen anzusprechen.

Sie sind eine Bank, aber API-Banking ist nicht Ihr Kerngeschäft? PSD2 stellt die Weichen für den Datenaustausch mit Drittanbietern und definiert, wie Sie Kontoinformationen nach der Einwilligung Ihrer Kunden per Schnittstelle zur Verfügung stellen. Wie sich diese Anforderung umsetzen lässt, erfahren Sie in unserem kostenlosen White Paper.


Hintergrund: Mit PSD2 geht’s richtig los

Neue Geschäftsmodelle für Startups und FinTechs sowie eine bessere Customer Experience waren die Initialzündung für den API-Banking-Trend. Zusätzlichen Schub für die Öffnung der Finanzinstitute und Teile ihrer Daten gegenüber Drittanbietern verleiht seit Jahresbeginn 2018 PSD2.

Die überarbeitete und erweiterte Version der EU-Richtlinie für Zahlungsdienste erlaubt Drittanbietern den Zugriff auf das Online-Banking-Konto und die Nutzung von Kontodaten und Funktionen nach ausdrücklicher Einwilligung durch den Kontoinhaber, die bislang nur Finanzinstituten zur Verfügung standen. PSD2 definiert, wie Banken kunden- und kontobezogene Daten und Funktionen per Banking APIs Drittanbietern zur Verfügung stellen.

Damit dürfte selbst für Skeptiker, die API-Banking als Trendthema bislang eher kritisch beäugten, klar sein: Wenn der Gesetzgeber so massiv ins Geschehen eingreift, gibt es kein zurück mehr. PSD2 schafft den Gestaltungsrahmen, innerhalb dessen sich die Öffnung der Banken gegenüber neuen Anbietern in den kommenden Jahren abspielen wird.

Prognose: Banking APIs bald Standard

API-Banking beeinflusst die Geschäftsmodelle, Strukturen und Positionierung von Banken und Finanzinstituten tiefgreifend. Newcomern aus der Startup- und FinTech-Szene bieten sich neue Möglichkeiten, an Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdiensten teilzunehmen und deren Weiterentwicklung entscheidend zu beeinflussen und zu gestalten.

Kunden gehen nicht länger zur Bank, sondern Banking-Services kommen über eine Banking API zum Kunden. Klick um zu Tweeten

Andererseits profitieren die etablierten Finanzinstitute von einer Refokussierung auf ihr Kerngeschäft im Backend – und einer Vergrößerung ihres Spielfelds mit dem Zugang zu neuen Kundengruppen und Anwendungsszenarien. „Banking has to work when and where you need it“, formulierte es Brett King, Gründer von Moven. Vereinfacht gesagt: Der Kunde kommt nicht länger zur Bank, sondern der jeweils benötigte Banking-Service kommt über eine Banking API zum Kunden.

Banking APIs bald Standard


API-Banking rüttelt die Bankenwelt kräftig auf. Viele Banken arbeiten mittlerweile mit Banking APIs und öffnen sich gegenüber Drittanbietern. Welche Bedeutung Banking APIs heute und in Zukunft haben, erläutern wir Ihnen gerne persönlich. Schreiben Sie uns einfach oder treffen Sie uns auf einer der zahlreichen Fintech-Veranstaltungen! Jetzt Nachricht senden.