Open Banking - wie Banken relevant bleiben

Die Ära des Open Banking: Wie Banken nach der PSD2-Richtlinie relevant bleiben

Das Thema Digitalisierung ist im Bankwesen nichts Neues mehr. Laut dem Bankenverband hat sich bei einem Großteil der Bankkunden das Online-Banking etabliert – und auch Apps gewinnen immer mehr an Bedeutung. Services für mehr Komfort beim Finanzgeschäft sind bei Nutzern überaus beliebt. In den USA erwägen viele Kunden sogar ein Konto bei der Amazon Bank, bei Google oder Walmart – obwohl diese keine Erfahrung im Finanzwesen vorweisen können. Naht es also, das Ende der Banken?

In der Tat verändern Open Banking und Digitalisierung die Finanzwelt im Eiltempo – für Kunden, Unternehmen und Banken. Fintechs, oft inspiriert durch reale Bedürfnisse oder konkrete Herausforderungen der Gründer, bringen Bewegung in die alte Ordnung und neue digitale Möglichkeiten auf Kundenseite. Entgegen der allgemeinen Auffassung öffnet das Open Banking aber Fintechs allein neue Türen. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit dem Thema Open Banking, was es für Banken bedeutet und wie Banken in dieser neuen Ära relevant und innovativ bleiben können.

Was sind die Veränderungen für Banken?

Das Leben vieler Menschen ist heute zunehmend digital. Dadurch punkten Firmen wie Google und Amazon automatisch – denn sie sind digitale Grössen und fester Bestandteil des Lebens ihrer Kunden. Sie haben das Vertrauen bereits anderweitig gewonnen und bereiten damit auch den Weg für neue digitale Player, und Dienstleistungen, die den Finanzmarkt mit neuen Produkten und Leistungen anreichern. Spätestens mit dem Inkrafttreten der Zahlungsdiensterichtlinie 2 sollten Banken diese neue Tatsachen für sich nutzen, statt sie zu scheuen. Innovation und Kollaboration mit Dritten sollte für Banken jetzt erstrebenswert sein.

Es ist kein Geheimnis, dass Finanzgeschäfte heute nicht mehr allein den Banken gehören - Kooperationen sind gefragt! Klick um zu Tweeten

Andernfalls besteht die Gefahr, dass Banken als unflexible Institutionen gesehen werden, die Konten und Geld wie vor 30 Jahren verwalten – während andere Player echten Mehrwert bieten. Speziell heute, wenn die Öffnung der Bankenstruktur Fintechs mehr denn je die Möglichkeit gibt spannende, praktische Produkte zu entwickeln. Im Gegensatz zu traditionellen Banken profitieren Fintechs oft von einer flexiblen Unternehmenskultur, und internem technischen Know-How, die es Ihnen vereinfacht die Chancen der PSD2-Richtlinie zu nutzen. In Europa nehmen Kunden diese Angebote zwar dankend an, vertrauen aber letztendlich doch eher ihrer eigenen Bank als einem unbekannten Dritten. Kollaboration schafft hier eine Win-Win Situation für Alle.

Wie beeinflusst die PSD2 das Banking?

Im täglichen Finanzgeschäft sind die beiden grössten Neuerungen die Dienste der Anbieter von Zahlungsauslösediensten oder Payment Initiation Service Provider (PISP) und der Anbieter von Kontoinformationsdiensten (KID) oder Account Information Service Providers (AISPs). Die Letzteren greifen im Auftrag eines Kunden auf Informationen zu, die bei kontoführenden Finanzinstituten hinterlegt sind, um die Daten zu analysieren und zu konsolidieren, so dass sich diese wiederum für Services von anderen Banken und Drittanbietern nutzen lassen. Erteilt ein Kunde einem PISP den Auftrag zur Auslösung einer Zahlung, greift der Anbieter auf das Online-Banking-Konto des Kunden zu und initiiert die gewünschte Transaktion.

Zu diesem Zweck müssen Banken Dritten, sogenannten Third Party Provider (TPPs), APIs zur Verfügung stellen – und damit eine Reihe an Funktionen und Prozesse, die den Zugriff auf Kundendaten und Finanztransaktionen ermöglichen. Das ist eine große Veränderung für Banken. Es gibt jedoch Lösungen, die Banken einen reibungslosen Übergang ermöglichen. Und die Ideen, wie Finanzinstitute von der eigenen API profitieren können, häufen sich.

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Was sind die Chancen für Banken im Rahmen des Open Banking?

API Banking macht’s möglich: Verbessertes Angebot und diversifizierte Produkte

Die neue Schnittstelle ist die größte Veränderung und Chance für Banken. Eine API ermöglicht den Austausch von Daten zwischen Kunde, Bank und anderen Anbietern. Die Bank schafft sich einen entscheidenden Vorteil, indem sie nicht nur Dritten diesen Zugang gewährt, sondern die API auch selbst nutzt. In Kollaboration mit Fintechs kann sie Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Vielzahl an verbesserten Diensten und neuen Produkten sein.

Konkrete Ideen gefällig? So arbeiten Fintechs und Banken zusammen, um das Meiste aus dem API-Banking herauszuholen!

Die Produkte anderer Anbieter werden einfach in die eigene Plattform integriert. Indem die Bank als Aggregator für Dienstleistungen auftritt, vergrößert sie die Auswahl für Ihre Kunden ganz ohne Aufwand Ihrerseits. So funktioniert die Umstellung ohne Eingriff in das Kernbankensystem und zeitraubende In-House Entwicklungen. Banken können sich so weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Ihre Kunden werden sich über die neuen Produkte im Rahmen ihres Online-Banking freuen, aber haben Sie auch schon darüber nachgedacht diese anderen Kunden anzubieten? Über einen Standard für gemeinsame Dienste, zusammen mit anderen Banken und Fintechs, besteht auch die Möglichkeit Produkte auf mehreren Plattformen anzubieten.

Ihr Risiko – reduziert und reguliert

Obwohl die Maßnahmen noch nicht in Stein gemeisselt sind, sind die Aussichten für Datensicherheit im Open Banking gut. Das Risiko steigt potentiell durch den Austausch von Informationen zwischen Banken. Laut BaFin ist gerade deshalb bereits abzusehen, dass auch bessere Maßnahmen zur Schadensminderung bei Betrugsprävention, KYC und Geldwäschebekämpfung ergriffen werden.

Ihre Daten – analysiert und optimiert

Big Data und Smart Data Analytics sind heute in aller Munde. De facto verfügen Banken bereits über einen wahren Reichtum an Kundendaten. Mit Hilfe von Fintech-Technologie wird die Fülle an Daten entsprechend ausgewertet und in Smart Data verwandelt, um zu der Entwicklung innovativer Dienstleistungen und Produkte beizutragen.

Was hat Big Data mit mir zu tun? Der Digitale Kontocheck ist nur ein Beispiel für intelligente Datenanalyse im Rahmen des Open Banking. Klick um zu Tweeten
Chancen für Banken im Open Banking

Wie wirkt sich das Open Banking auf Kunden und die Beziehung zu ihrer Bank aus?

Eines vorweg: Es ist keine Massenflucht der Bankkunden zu Drittanbietern in Sicht. Laut des World Retail Ranking planen nur 3% der Befragten ihre Finanzgeschäfte unbekannten Anbietern anzuvertrauen. Es ist abzusehen, dass sich Nutzer nach Banken umsehen werden, die innovative Dienste anbieten und gleichzeitig auf Datenschutz achten. Insbesondere Kunden, die weder zu den leidenschaftlichen Digital Natives gehören, noch viel Zeit mit ihren Finanzgeschäften verbringen, werden auf neue Service eher im Rahmen des altbekannten Bankings zugreifen. Das Gros des Kundenstamms wünscht sich heute im Idealfall eine Plattform für alle Dienste und wird die neuen Leistungen im altbekannten Gewand genauso begrüßen.

Taxi-Apps sind nur ein Beispiel wie man Dienstleistungen vereinfacht, indem man sie zusammenführt. Früher bestand “Taxi rufen” aus drei Schritten: Taxi finden, Taxi bestellen, Taxi zahlen. Seit Taxi-Apps wie My Taxi und Uber befinden sich alle Schritte nun an einem Ort.

Fintechs und Banken können dieses Prinzip gleichermaßen anwenden. Nehmen Sie das Beispiel Autokauf: im Rahmen Ihres Bankings können ihre Kunden nun nach einem Auto suchen, einsehen wie viel Geld sie für den Kauf zur Verfügung haben und passende Vorschläge für Kredite erhalten. Intelligent genutzt, kann die Beziehung Kunde-Bank aus den Veränderungen also gestärkt hervorgehen.

Open Banking ist besseres Banking

Viele Banken sahen der forcierten Öffnung Ihrer Struktur für Dritte bis dato mit gemischten Gefühlen entgegen. Inzwischen zeichnet sich jedoch zunehmend ab, dass Banken in der Ära des Open Banking alles andere als auf verlorenem Posten stehen.
Immer noch gehen viele Finanzinstitute davon aus, dass Fintechs im Alleingang profitieren, wenn es um die Nutzung von Kundendaten für neue Produkte und Serviceleistungen geht. Laut eines PWC-Berichts allerdings liegt die größte Chance für Banken ebenfalls genau darin Kundendaten zu sammeln und zu nutzen, um passende und innovative Produkte anzubieten. Durch die Schnittstelle müssen sie diese Produkte dann nicht einmal intern entwickeln, sondern können Fintechs diese Arbeit überlassen und von dem Ergebnis profitieren.

Während existierende und neue Start-Ups im Finanzbereich in Deutschland eine BaFin-Erlaubnis beantragen müssen, und vergleichbare Lizenzen in anderen Ländern, profitieren Banken von ihrer bestehenden Struktur, Zertifizierung und Kundendaten, zu denen sie nicht erst Zugang beantragen müssen. Banken sollten das Vertrauen, das sie über Jahrzehnte aufgebaut haben als Vorsprung sehen, um sich als Partner für Fintechs zu etablieren und enge Verbündete Ihrer Kunden zu bleiben.