Voice Banking

Voice Banking: Setzt sich Sprache als Interface im Zahlungsverkehr durch?

Wer das mitunter lästige Durchstöbern von Börsenseiten im Internet umgehen will, kann Aktienkurse schon heute per Sprache abfragen. Überhaupt gewinnt Sprache als Interface zur Steuerung von Apps und Online-Services immer mehr an Bedeutung.

Damit stehen FinTechs und Banken vor der Frage, ob sich Sprache auch als Schnittstelle im Zahlungsverkehr durchsetzen wird. Fünf Gründe, die für das Voice Banking sprechen:

1. Sprachsteuerung auf Smartphones wächst

Mit rund zweieinhalb Milliarden Smartphones weltweit ist der mobile Alleskönner das mit Abstand beliebteste Endgerät. Neben Messaging, Social Media, Business-Applikationen und Spiele-Apps steht vor allem eine Funktion in der Gunst der Nutzer ganz weit oben: Voice. Sprache als universelles Interface gewinnt immer mehr an Bedeutung. Im Gegensatz zum Tippen, Wischen und Gestikulieren kann das Smartphone dank Sprachsteuerung in der Hosentasche bleiben.

Sprache gewinnt als universelles Interface zur Steuerung von Apps und Online-Services immer mehr an Bedeutung. Klick um zu Tweeten

2. Smart Speaker bald in jedem Haushalt

Das gleiche Prinzip setzt sich bei smarten Lautsprechern fort. Als Pionier hat Amazon Echo ganze Arbeit geleistet und einen Markt geschaffen, den es vorher so noch gar nicht gab. Mittlerweile haben alle namhaften Unterhaltungselektronik-Marken Smart Speaker im Angebot. Der Aufruf von Skills per Sprachbefehl ist so beliebt, dass Amazon im letzten Weihnachtsgeschäft mehrere zehn Millionen Echo-Geräte mit der freundlichen Stimme von Alexa verkauft hat.

Smart Speaker bald in jedem Haushalt

3. KI macht Sprachassistenten intelligenter

Doch Alexa ist nur einer von vielen intelligenten Sprachassistenten, die unser Leben mit Hilfe künstlicher Intelligenz organisieren wollen. Apple hat Siri, Google seinen Assistent und Samsungs Sprachhelfer heißt Bixby. Allen gemeinsam ist die Idee, sich durch automatisierte Dialoge auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) immer mehr in die Alltagsaufgaben von Menschen zu integrieren. Auf eindrucksvolle Weise hatte dies zuletzt Google mit Duplex präsentiert, dessen KI einen authentischen menschlichen Dialog führen kann.

Banking APIs sind das technische Fundament für FinTech-Innovationen und die Voraussetzung für Voice Banking. Ohne Schnittstellen und Datenaustausch geht im digitalen Banking so gut wie nichts mehr. Was jeder Bank-Manager über Banking APIs wissen sollte, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

4. Millennials und Gen Z haben das Sagen

Mit Millennials und Gen Z dominieren in absehbarer Zeit zwei Generationen das globale Wirtschaftsgeschehen, die in einer vernetzten digitalen Welt aufgewachsen sind. Vor allem Gen Z ist die erste Generation, die mit dem Internet schon von Kindesbeinen an vertraut ist. Sie verfügen über die größte Kaufkraft, die es je in der Geschichte der Generationen gab, und sind damit die spannendste Zielgruppe für Banken und FinTechs überhaupt. Ihr bevorzugtes Interface für Online-Shopping, Suchanfragen, Reisebuchungen und vielleicht auch bald Bankgeschäfte: Sprache.


5. Voice, Voice, Voice

Überhaupt erfährt Sprache eine Renaissance als Kommunikationsinterface, nachdem die letzten Jahre von Tippen und Wischen auf Touchscreens von Smartphones und Tablets geprägt waren. WhatsApp-Nutzer führen inzwischen mehr als 100 Millionen Anrufe täglich durch. Einen beachtlichen Teil seiner Suchanfragen erhält Google mittlerweile per Sprache. Das Tech-Magazin CNET spricht von einem Voice War – können sich Banken und FinTechs diesem Wettbewerb langfristig entziehen?

Neue Lebensrealität vs. ungelöste Sicherheitsfragen

Wie alle anderen Online-Branchen müssen sich auch Banken und FinTechs früher oder später den Präferenzen und Gewohnheiten ihrer Kunden anpassen. Wenn sich Online-Shopping, Unterhaltungsangebote und sogar Business-Applikationen per Sprache steuern lassen, wird sich diese Erwartungshaltung auf die Finanzwelt übertragen.

Finanzinstitute und FinTechs werden sich dieser Entwicklung nicht entziehen können. Sie bietet aber auch die Chance, die universelle Präsenz von Banking-Services zu stärken: Mit Sprachsteuerung lassen sich Bankgeschäfte beispielsweise im Auto erledigen. Banking funktioniert dann so gut wie überall.

Mit Sprachsteuerung lassen sich Bankgeschäfte im Auto erledigen. Banking funktioniert dann so gut wie überall. Klick um zu Tweeten

Bevor Voice Banking den Massenmarkt erreicht, sind noch einige Sicherheitsfragen zu lösen. Laut einer Umfrage von EY sind schon heute knapp ein Viertel der deutschen Verbraucher an Voice Banking interessiert – allerdings unter der Voraussetzung, dass ihre Datensicherheit garantiert ist. Solange selbst Amazon bei der Freigabe von Banking-Skills für Alexa zurückhaltend ist, sind offensichtlich noch nicht alle Fragen geklärt. Wir bleiben für Sie dran!

Voice Banking ist ein heiß diskutiertes Thema. Doch der Banking- und FinTech-Markt hat noch viele weitere Innovationen zu bieten, auf die schon Bald kein Kunde mehr verzichten möchte. Vier spannende Beispiele präsentieren wir in unserem Blogbeitrag. Jetzt hier lesen!

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