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Vier Jahre FinTecSystems: Vom Lastschriftenabsicherer zum Full-Service-Kontoinformationsdienst

FinTecSystems feiert vierjähriges Bestehen: Als einer der führenden Kontoinformationsdienste und Banking-API-Anbieter ist das Münchner Unternehmen am Markt etabliert und operiert von drei Standorten aus in Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien. In Start-Up-Maßstäben sind vier Jahre eine sehr langer Zeitraum, deshalb nutzen wir den Geburtstag, um zurück zu schauen. FinTecSystems war nicht das erste Unternehmen, bei dem Stefan Krautkrämer, Dirk Rudolf und Martin Schmid Gründungserfahrung sammeln konnten: Als 2005 mit der SOFORT Überweisung das erste bankenunabhängige Direktüberweisungsverfahren aus der Taufe gehoben wurde, waren die drei unter den ersten Mitarbeitern. In verantwortlichen Positionen als COO (Stefan), CIO (Dirk) und Director Sales (Martin) bauten sie in den Folgejahren das Bezahlverfahren zum führenden Anbieter für Online-Überweisungen aus, der am Ende bei mehr als 50.000 Händlern in Europa implementiert war.

Neue Wege nach dem Verkauf der SOFORT GmbH

Mit dem Verkauf der SOFORT GmbH Anfang 2014 an Klarna schlossen Dirk, Stefan und – ein Jahr später – auch Martin das Kapitel und machten sich daran, ein neues Unternehmen zu gründen und meldeten im März 2014 die FinTecSystems GmbH an. Das Geschäftsmodell war damals anders als heute:

„Unsere ursprüngliche Idee war es, Lastschriften abzusichern. Denn aus unserer Erfahrung heraus wussten wir, dass diese Form der Bezahlung beliebt war bei Online-Käufern. Händler jedoch fürchteten diese Zahlungsoption, denn die Ausfallquoten waren hoch und die Bezahlart wurde häufig von Menschen mit krimineller Energie verwendet, die Lastschriften absichtlich platzen ließen“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Dirk Rudolf die ursprüngliche Geschäftsidee.


Anpassung des Geschäftsmodells hin zum Kontoinformationsdienst

Doch zwei persönliche Erfahrungen ließen Dirk und Stefan nach einigen Monaten umdenken und das Geschäftsmodell neu justieren: Stefan erhielt keine Kreditkarte wegen zu vieler Girokonten, die er zu Testzwecken angelegt hatte. Bei Dirk war es ein hemmender Schufa-Eintrag wegen einer Nullprozent-Finanzierung, der dann die besten Konditionen bei einem Baufinanzierungsantrag verhinderte – Stefan und Dirk erlebten also am eigenen Leib, dass es offenbar Optimierungspotenzial bei der Beurteilung der Bonität gibt. Damit rückte das Onlinebanking-Konto ins Zentrum der Überlegungen, denn nichts ist besser geeignet für eine präzise, aktuelle und sichere Bonitätsprüfung als das Gehalts- bzw. Geschäftskonto. FinTecSystems hat sich in der Folgezeit vollständig auf die vollautomatisierte Finanzanalyse auf Basis von Online-Banking-Daten spezialisiert. Seitdem befähigen wir als Kontoinformationsdienst Banken, Finanz- und Zahlungsdienstleister, in Echtzeit eine Kredit-Entscheidung zu treffen sowie Bonitätsrisiken zu analysieren und zu minimieren.

„Unser Antrieb waren natürlich zum einen die persönlichen Erfahrungen aus unseren eigenen, gescheiterten Finanzierungsabläufen. Denn es gibt ja offenbar dieses Problem: Alte, unpräzise Daten von Auskunfteien oder sogar eine fehlende Historie verwehren Menschen den Zugang zu Krediten beziehungsweise ist der Vorgang unnötig kompliziert. Dieses Problem konnten wir auch aufgrund unserer Erfahrungen lösen: Wir wissen um die Möglichkeiten des Onlinebankings, wir kennen die Wünsche der Konsumenten im Internet und wir haben die Erfahrung aus dem E-Payment-Bereich“, erklärt Stefan Krautkrämer, Geschäftsführer und Gründer von FinTecSystems.


Nächster Schritt: BaFin-Lizenz als Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienst

Seither hat sich FinTecSystems erfolgreich als Kontoinformationsdienst und Banking-API-Anbieter am Markt etablieren können und geht nun – mit der Unterstützung seiner langfristig agierenden Investoren – den nächsten Entwicklungsschritt: Das gesamte Team bereitet den Antrag zur Lizenzierung als Kontoinformations- und Zahlungsauslösedienst durch die BaFin vor und wird – eine Lizenzierung vorausgesetzt – auch die Produktpalette erweitern.  Noch ist die Vorbereitung für den Regulierungs-Antrag in vollem Gange:

„Dieser Prozess ist sehr aufwändig, schließt erhöhte Anforderungen in allen Bereichen ein und stellt die höchste Stufe der Regulierung in unserem Geschäftsbereich dar. Wir sehen in der Regulierung neue Möglichkeiten für unser Geschäftsmodell und haben bereits mehrere Wachstumspotenziale identifiziert. Gleiches gilt für den Ausbau unseres Produktangebots: Wir verfolgen einen extrem kundengetriebenen Ansatz und haben einige neue Services in der Pipeline“, so Dirk Rudolf.

10 Jahre Liberalisierung im Payment- und Banking-Markt: Von der Sofortüberweisung bis zu FinTecSystems

Von Steinzeit-FinTechs und warum die Geschichte von FinTecSystems untrennbar mit der Regulierung des Payment- und Banking-Marktes verbunden ist.

Zum Zeitpunkt dieses Beitrags, ist gerade ein neues Zeitalter angebrochen, denn seit wenigen Wochen ist die zweite europäische Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) in nationales Recht umgesetzt. Banken und FinTechs sind jetzt nahezu gleichberechtigte Teilnehmer in einem regulierten und liberalisierten Markt. Damit ist das vorläufige Ende einer Entwicklung erreicht, die wir als Gründer von FinTecSystems von Anfang an begleitet haben und – ohne es zu wissen – sogar Teil des auslösenden Moments gewesen sind: Stefan Krautkrämer, Martin Schmid und ich, Dirk Rudolf,  haben ab 2006 als Kern-Team der damaligen Payment Network AG die SOFORT Überweisung mit aufgebaut, das erste bankenunabhängige E-Payment-Verfahren aus Deutschland. Wenn Journalisten heute von den „Paleo-Fintechs“ sprechen, dann meinen sie unter anderem die spätere SOFORT GmbH. Und in der Tat, 2006 klingt ja wirklich nach Steinzeit: Der E-Commerce gewann rasant an Fahrt und war noch lange nicht der Impulsgeber des Handles wie heute, es gab kein Smartphone, keine Apps, kein Mobile Banking etc.

Herausforderer in einem noch nicht existenten Markt

Aber: Immer mehr Menschen wollten damals wie heute schnell, sicher und unkompliziert im Internet bezahlen. Damit haben wir mit der SOFORT Überweisung den Nerv der Zeit getroffen: Mit unserer selbstentwickelten API, die 99% der Banken abdeckte, konnten Verbraucher mit PIN und TAN mittels ihres gewohnten Onlinebanking Zahlungen in vielen Webshops auslösen. Die komplette Bankenabdeckung war unser USP und dadurch hatten wir auch einen strukturellen Vorteil gegenüber Giropay, dem Pendant der Kreditwirtschaft, das nur bei einer Handvoll Banken funktionierte. Als junges Unternehmen, das jenseits der Bankenstrukturen entstanden ist, war die SOFORT Überweisung der Herausforderer der Banken und es gab zum Teil jahrelange Auseinandersetzungen im unregulierten, neuen Markt der elektronischen Zahlverfahren.

Diese Entwicklung war in den 2010er Jahren in ganz Europa zu spüren und rief die EU Kommission auf den Plan: Es galt einen einheitlichen europäischen Zahlungsraum zu schaffen, mit Banken und unabhängigen Anbietern als gleichberechtigte Marktteilnehmer. Dies war die Geburtsstunde der späteren PSD2. Während sich die SOFORT Überweisung in den Folgejahren klar am Markt unter den Top fünf der Zahlungsmittel etablieren konnte, setzte zunehmend eine erste Konzentrationswelle am Markt ein: Die SOFORT GmbH wurde Ende 2013 bekanntlich Teil des schwedischen E-Invoice-Spezialisten Klarna.

 

FinTecSystems Management

 

Gründung von FinTecSystems aufgrund persönlicher Erfahrungen

Diesen Entwicklungsschritt nahmen wir zum Anlass, das Unternehmen zu verlassen: Stefan, damals COO, Martin (als Director zuständig für die Key Accounts) und ich als CIO wollten wieder das tun, was wir liebten: Ein Unternehmen von Anfang an in einem spannenden Markt aufbauen, mit kurzen Entscheidungswegen, agilem Projektmanagement und einem Business Case, von dem wir absolut überzeugt sind. Für die Gründung und die Entwicklung des Geschäftsmodells von FinTecSystems waren dann persönliche Erfahrungen verantwortlich: Stefan hatte als COO zu SOFORT-Zeiten eine Reihe von Testkonten angelegt, auch um den Algorithmus immer wieder zu verbessern und die Bedienungsfreundlichkeit unserer Oberfläche zu testen. Diese Ansammlung von Konten war zu viel für ein Bank-internes Scoring: als Stefan privat eine Kreditkarte beantragt hatte, bekam er keine – trotz ausreichender Liquidität. Auch bei mir gab es Schwierigkeiten bei der Einschätzung meiner Bonität: Beim Immobilienkauf erhielt ich deutlich schlechtere Konditionen für einen Kredit vermutlich aufgrund einer Nullprozent-Finanzierung von vor einigen Jahren – diese Konsumentenfinanzierung ließ auch noch Jahre später meinen Schufa-Score sinken. Wir erlebten also am eigenen Leib, dass es offenbar Optimierungspotenzial bei der Beurteilung der Bonität gibt. Unter dem Eindruck dieser persönlichen Erlebnisse und mit dem Hintergrund von mehr als zehn Jahren Erfahrung im E-Banking, E-Payment und E-Commerce-Bereich gründeten Stefan und ich 2014 in München die FinTecSystems GmbH.

Moderne Arbeitswelt: Arbeiten von drei Standorten aus

Wir haben uns mit FinTecSystems auf die vollautomatisierte Finanzanalyse auf Basis von Online-Banking-Daten spezialisiert und nutzten von Anfang an die Entwicklungen, die uns das kollaborative Arbeiten von drei Standorten aus ermöglichte: cloudbasierte Services, moderne Kommunikationstools und ein schlankes, agiles Team haben uns geholfen, schnell im Markt Fuß zu fassen. Mit Hilfe unserer Produkte, die aktuell Banken in Deutschland, Österreich und Spanien abdecken, liefern wir eine präzise Analyse zur Kreditfähigkeit von Konsumenten, immer auf Basis des Kontozugriffs (XS2A).

 

FinTecSystems Office München


Großes Potenzial im XS2A und Smart Data

Seit unserer Zeit bei der SOFORT Überweisung wissen wir, welches Potenzial in der Transaktionsanalyse des Onlinebankings schlummert: Cashflow-Analysen, Aggregation von Umsatzdaten, Risiko-Prognosen, die digitale Haushaltsrechnung, Dispo-Analysen, die Aggregation von API, Fraud- und Bonitäts-Indikatoren, die Gehaltsplausibilisierung sowie die Kontoinhaber-Verifikation – all das lässt sich mit einem digitalen Kontocheck in Echtzeit bewerten und zum Beispiel für die Bonitätsprüfung von Online-Krediten verwenden.

 

Win-Win-Situation für Anbieter und Konsument. Der Xs2A (Access to Account) bietet die Grundlage für viele Mehrwertdienste. Was Banken, Fintechs und Zahlungsabwickler vom E-Commerce und der Customer Experience lernen können, erfahren Sie in unserem kostenlosen Whitepaper „XS2A und das Nutzererlebnis“- Jetzt downloaden!

 

Dieser Smart Data Ansatz ist unter anderem die Voraussetzung für die vielen tollen Endkunden-Angebote, die es seit einigen Jahren gibt, entwickelt vor allem von FinTechs aber auch von etablierten Banken. Nun nach etwas mehr als zehn Jahren, seit den ersten bankingnahen Digitalunternehmen, gehört die deutsche und auch europäische FinTech-Szene zu einem wichtigen Innovations- und Wirtschaftsfaktor in der Digitalwirtschaft. Das ist das Verdienst von vielen mutigen Gründern, aber auch der bevorstehenden Regulierung des Marktes durch den Gesetzgeber. Damit ist die PSD2, deren Prozess wir von Anfang an begleiten, bereits jetzt, vor der finalen Umsetzungsstufe, ein Erfolg, trotz der atmosphärischen Störungen auf der Zielgerade.    

Dirk Rudolf, General Manager

 

Dirk Rudolf, Gründer und Managing Director von FinTecSystems

About us: Dirk Rudolf, Gründer und Geschäftsführer

Name und Position:

Dirk Rudolf, Geschäftsführer und Gründer der FinTecSystems GmbH.

 

Dirks Vita:

Dirk Rudolf, General Manager

Vor gut 20 Jahren, damals noch als Schüler, habe ich mit einem Freund zusammen die Website referate.de gegründet. Nach einigen weiteren Internet Projekten im Community- und E-Commerce Bereich gehörte ich seit 2005 zum Gründungsteam der Sofort Überweisung. Parallel zu meiner unternehmerischen Tätigkeit habe ich Wirtschaftsinformatik an der heutigen Technischen Hochschule Mittelhessen studiert.

 

Hallo Dirk, du bist Co-Gründer und Geschäftsführer bei FinTecSystems und für den Bereich IT, Produkt & Operations verantwortlich. Wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?

Als Geschäftsführer versuche ich immer eng an allen Themen dran zu sein ohne aber ins Micromanagement zu verfallen. In einem derart dezentralisierten Team, mit 3 Standorten und vielen Leuten “on the road” ist Kommunikation sicherlich eines der Haupttreiber meines Tagesgeschäfts. So beginnt ein Tag i.d.R. mit unserem Management-seitigen Daily Standup wo ich mich mit den Kollegen im C-Level abstimme und wir uns gegenseitig abholen. Danach stehen in der Regel Telefonat und Kunden-Calls an. Ich versuche die interne Kommunikation über E-Mail auf ein Minimum zu beschränken und viel über Tools wie Slack abzuwickeln. Weitere Aufgaben liegen darin bei Kundengesprächen mit an Bord zu sein. Sowohl remote als auch vor Ort sowie die strategische Planung und Ausrichtung mit zu begleiten.  

 

Was hast du vor FinTecSystems gemacht und wie profitierst du nun davon?

Vor der Gründung der FinTecSystems war ich Teil des Gründungsteams der SOFORT Überweisung und über verschiedene Funktionen zuletzt als CIO des Unternehmens für die IT der SOFORT und in meiner Linie rund 70 Mitarbeiter verantwortlich. Mein Mitgründer und ich sehen unsere gemeinsame Zeit bei SOFORT gerne als Live-MBA. Wir haben uns dort nicht nur kennengelernt und neun gemeinsame Jahre verbracht. Wir konnten in der Zeit vor allem alle wesentlichen Meilensteine und Phasen eines Unternehmens miterleben. Von der Zeit ohne Mitarbeiter, ohne Geld, “Mädchen für alles” hin zu ersten Markterfolgen, Wachstum, Finanzierungsrunden, Internationalisierung, Umstrukturierung bis hin zum Exit an die Klarna Group. Diese Erfahrungen rufen uns heute immer noch ein kleines Lächeln hervor und geben uns auch in der einen oder anderen stressigen Situation die nötige Ruhe mit.  

 

Was sind für dich gerade die wichtigsten Trends in der FinTech-Branche?

Meiner Meinung nach gibt es nicht DEN Trend. Es gibt viele Nischenprodukte, die aber alle Ihre Daseinsberechtigung haben. Für mich persönlich, natürlich auch im Kontext der FinTecSystems, finde ich nach wie vor die Digitalisierung des Bankensektors am spannendsten. Wie können wir Fintechs helfen, Themen schneller auf den Punkt und in den Markt zu bringen. Das ist es, was mich tagtäglich umtreibt und wo und wie wir Anpassungen an unseren Produkten brauchen, um diesen Trend auch weiter zu befeuern.

 

Dirk Rudolf, FinTecSystems

 

Was sind die wichtigsten Learnings, die du in deiner beruflichen Laufbahn bisher gemacht hast?

  1. Das richtige Momentum finden.
  2. Teams schnell komplementär aufsetzen.
  3. Eine MVP (Minimum Viable Product) Strategie ist in einem Startup ideal.
  4. Frühzeitig gute Entwickler und gute Sales Leute an Bord holen
  5. Sich auf die eigenen Stärken fokussieren.

 

Verrate uns deine Top 3 Kommunikations-Tools und Finanztools.

  • Slack, Skype, Whatsapp
  • Banking 4x auf dem Mac, Gini Pay sowie Jeweils die Banking-Apps meiner Hausbank

 

Welche Tools/Apps helfen dir deinen Alltag  zu strukturieren?

Mein Google Kalender, möglichst regelmäßige JFs mit Kollegen und viele lose Schmierblätter auf meinem Schreibtisch die ich seit kurzem versuche mit Google Keep abzulösen und somit zu digitalisieren.

 

iOS (iPhone) oder Android?

iPhone – Ich nutze Apple Produkte (iPhone X und Macbook Pro) seit 2007, hatte fast nie Probleme, die Apple-Geräte untereinander harmonieren perfekt und meine Ausflüge in die Android Welt haben mir bislang kein A-ha Erlebnis gebracht.

 

Bitcoin, Ethereum oder IOTA?

Der richtige Mix macht denke ich am Ende den Erfolg aus und im richtigen Moment einzusteigen.

 

Wie hältst du dich auf dem Laufenden? Welche Blogs, Podcasts, Bücher etc. kannst du uns empfehlen?

Ich halte mich größtenteils mit Twitter auf dem Laufenden. Checke dort regelmäßig die Timeline. Dafür habe ich mir meine entsprechenden Themen-Listen zusammengestellt, beobachte darüber den Markt und lasse mich gern inspirieren. Für alles andere mache ich es mir einfach und lese die Bild Zeitung die mir kurz und knackig den nötigen Rundumblick verschafft um überall mitreden zu können. Interessieren mich bestimmte Themen tiefer schwenke ich zumeist auf weiterführenden Quellen.

 

Danke Dirk!

About us: Tobias Ruland – CPO

Name und Position:

Dr.-Ing. Tobias N. Ruland, Chief Product Officer

 

Tobias Ruland, CPO

Tobias´ Vita:
Ich habe in Erlangen Informatik studiert und am 1.1.1996 bei Siemens in der zentralen Forschung und Entwicklung angefangen, wo ich nebenberuflich promovierte. Danach war ich bei einem E-Commerce-Startup, bei der Boston Consulting Group und zuletzt 15 Jahre bei Deltavista/Crif Bürgel, der mittlerweile zweitgrößten Auskunftei Deutschlands.

 

Hallo Tobias, du bist seit 01.01.2018 bei FinTecSystems als CPO für den Bereich Produktentwicklung verantwortlich. Wie sehen deine ersten Tage/Wochen genau aus und wie verschaffst du dir einen Überblick über die wichtigsten Themen?

Ich versuche zunächst, mit jedem neuen Kollegen einmal gesprochen zu haben und zu verstehen, was er/sie macht und wie alles zusammenhängt. Gleichzeitig versuche ich alles zu etablieren, was mein Team zum erfolgreichen Arbeiten braucht.

 

Kannst du da etwas genauer drauf eingehen? Was braucht ein Team, um erfolgreich zu arbeiten?

Die dezentrale Arbeitsweise mit drei Standorten in Deutschland stellt natürlich eine besondere Herausforderung in der Kommunikation dar. Mit Hilfe von regelmäßigen Jour Fixes über Tools wie appear.in und Google Meet (früher Hangout) wollen wir regelmäßige StandUps abhalten und alle Teile des Teams immer Up-To-Date halten. Mit Hilfe einer Wiki-Plattform möchten wir dafür sorgen, dass andere Teile der Organisation wie Sales und Marketing immer über die neuesten Updates im Produktbereich informiert werden. Zudem haben die Entwicklung einer Produktvision und Team-Zielen, die aus den Unternehmenszielen abgeleitet werden, hohe Priorität.

 

Tobias Ruland am Computer

 

Was hast du vor FinTecSystems gemacht und wie profitierst du nun davon?

Ich habe schon dreimal zuvor in einem Startup-Szenario gearbeitet und diese Erfahrungen sind unendlich wertvoll, weil in jungen Unternehmen etwas andere Regeln gelten als in etablierten Unternehmen. Daneben habe ich 25 Jahre Erfahrung in dem, was heute auf Neudeutsch Big-Data-Analytics heißt und mehr Daten-Intelligenz in die Produkte zu bringen, wird am Ende genau das sein, was uns vom Wettbewerb sichtbar unterscheiden wird.

 

Welche Rolle spielt der Kunde in deinen Augen bei der Produktentwicklung?

Der Kunde ist Ideengeber, Sparringspartner und die Bestätigung, dass wir in die richtige Richtung entwickelt haben, wenn er bereit ist, für unsere Produkte auch Geld zu bezahlen.

 

Was sind für dich gerade die wichtigsten Trends in der FinTech-Branche?
Bei “Trends” bin ich immer vorsichtig, denn erfahrungsgemäß wird jeden Tag eine neue Sau durch’s Dorf gejagt. Nachhaltig sein wird jedoch die fortschreitende Digitalisierung und mehr intelligente Nutzung der im Geschäftsprozess entstehenden Daten. Aber das war vor 30 Jahren auch schon so, deshalb hab ich ja Informatik studiert. Wenn man den Weg konsequent weiterverfolgt, kann man kaum etwas falsch machen, man muss nur Geduld haben.

 

Was sind die wichtigsten Learnings, die du in deiner beruflichen Laufbahn bisher gesammelt hast?

  • Wer keinen Plan von der Zukunft hat, weiß nicht, in welche Richtung er laufen soll, denn es fehlt ihm der Kompass.
  • Fairness, Respekt und langfristig gute Beziehungen sind nachhaltiger als kurzfristige Gewinnmaximierung.
  • Bei allem, was wir tun, sollten wir uns immer fragen: “Warum? Weshalb? So What?”
  • Die besten Manager sind nicht die, die die meisten Reports lesen oder die präzisesten Pläne aufstellen, sondern diejenigen, die wissen, was man braucht, damit die Firma gut arbeiten kann.

 

Verrate uns deine Top 3 Finanztools/PFM-Tools?

Ich probiere viel aus, aber bislang ist mir kein Finanz-/PFM-Tool begegnet, das ich dauerhaft verwenden möchte. Die Dinger können schlicht und ergreifend nicht, was ich als sinnvoll und nützlich empfände.

 

Welche Tools/Apps helfen dir deinen Alltag zu strukturieren?

Ohne meinen digitalen Kalender wäre ich mittlerweile aufgeschmissen, der gibt mir den Takt vor. Eine für mich sehr nützliche App ist To-Doist, mit der man Aufgaben verwalten und sogar mit anderen Menschen teilen kann, also z.B. gemeinsam einen Einkaufszettel zu bearbeiten.

 

iPhone oder Android?

Apple hat mich vor vielen Jahren (iPhone 3) als Kunden verloren, als ich versucht habe, das Gerät in Betrieb zu nehmen, was damals ohne iTunes-Installation auf PC und Kreditkartendaten-Hinterlegung im iTunes-Account nicht möglich war. Wenn ein Unternehmen solche Dinge von seinen Kunden verlangt, nur damit sie telefonieren können, denkt es in die vollkommen falsche Richtung. Nach drei/vier anderen inakzeptablen Begebenheiten hab ich meine Beziehung zu Apple beendet.

 

Bitcoin, Ethereum oder IOTA?

Blockchain-basierte Verfahren werden aufgrund des unrealistisch hohen Verarbeitungsaufwandes immer auf Nischen-Anwendungen beschränkt bleiben, für Payment taugt Blockchain auf keinen Fall. Ob dann am Ende IOTA überlebt oder ein anderes Verfahren, bleibt abzuwarten.

 

Wie hältst du dich auf dem Laufenden? Welche Blogs, Podcasts, Bücher etc. kannst du uns empfehlen?
Ich lese einige Blogs im E-Mail-Abo (fintechinsider, aboutfintech, der-bank-blog usw.), aber mindestens ebenso wichtig ist für mich das persönliche Gespräch mit Kollegen, Kunden und auf Veranstaltungen mit anderen Menschen. Wenn mir da jemand von einem interessanten Thema erzählt, fange ich sofort an zu recherchieren.